Ja, es klingt wie ein Traum: Einfallsreiche, hart arbeitende Ostdeutsche wiederholen das Wirtschaftswunder aus dem Westen der Fünfziger Jahre. Einer der innovativsten Vorkämpfer ist Ulle Schnabulski aus Bitterfeld, einer Stadt, in der die Menschen noch immer mit den Altlasten aus 40 Jahren DDR kämpfen.
Nach der Wende wehte die steife Böe der sozialen Unsicherheit durch den Osten. Doch Ulle Schnabulski wollte sich nicht vom Westwind aus seiner Bitterfelder Heimat vertreiben lassen. Lieber wollte er die neugewonnene Freiheit nutzen und sein eigener Herr sein. Er spürte, dass er bereit war für ein wirtschaftliches Konzept mit Weitsicht – und seine Intuition verriet ihm: etwas mit Hackfleisch sollte es sein!
Bei einer Fahrt über die Landstraße hatte Schnabulski die zündende Idee: Ein „Schnell-Essen-Restaurant“ mit “Buletten-Brötchen” musste her! Prompt war die Idee geboren für die erste Fahr-rein-Gaststätte Deutschlands, in der es “lecker schmeckt und vor allen Dingen zackig geht, wenn man mal Kohldampf schiebt!” Dank dem findigen Unternehmer sollte Bitterfeld der Ort sein, an dem die Bulette ihr größtes Revival erlebt. Schnabulskis bahnbrechende Erfindung hat die ostdeutsche Gastronomie völlig umgekrempelt. “Dolle wichtig beim Geschäft ist, dass mir immer was Neues einfällt, was noch nie einer gesehen hat.“ Absolut einzigartig ist zum Beispiel das Angebot, das Ulle-Menü gleich aus dem Auto heraus zu bestellen. “Nach der Wende haben die sich doch alle Westkarren gekauft und wollten gar nicht mehr aussteigen. Naja, von mir aus sollen sie doch drinbleiben in der Kiste.” Wichtig bleibt natürlich nur eins: “Hauptsache, die kommen zum Futtern in mein Schnell-Essen-Restaurant!“
Doch ganz so unproblematisch ist das Geschäft nicht: „Die Amis, die klauen wie die Raben!“ berichtet Schnabulski. Immer mehr Imbisse US-amerikanischer Ketten eröffnen ihre Filialen im Bitterfelder Umland. „Letztendlich alles Plagiate. Was ich auf Deutsch nenne, geben die so einen modernen, englischen Anstrich!” Aber um seine Stammkunden macht sich der Hack-König wenig Sorgen: “Das ist alles nicht so schlimm, weil man ja in den Nachrichten immer hört, wie schädlich dieses Fast-Food ist. Die klau`n mir meine Kunden nicht. Denn die essen bei mir gesund und Deutsch. Eben Bulette und Brötchen!“ Original bleibt original. [dpa]
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| Buletten Ulle, wie ihn die Bitterfelder kennen und lieben. |
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| Oft kopiert, doch nie erreicht das originale "Ulle-Menue". |
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